Beschlussvorlage - 2025/0942/

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Beratungsfolge

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Beschlussvorschlag

Das Hochwasser- und Starkregenvorsorgekonzeptes (HSVK) der Kreisstadt Homburg wird beschlossen.

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Sachverhalt

Die Stadt Homburg war in den letzten Jahren wiederholt von Überflutungen durch Starkregenereignisse und Flusshochwasser betroffen. Hervorzuheben sind insbesondere die folgenden Starkregenereignisse der letzten Jahre, bei denen zwischenzeitlich Niederschlagsmengen von bis zu 71,8 mm in zwei Stunden (Starkregen am 19.05.2022) und 85,2 mm in 24 Stunden (Pfingsthochwasser 17.05.2024) erreicht wurden. Weitere Starkregenereignisse erfolgten am 26.08.2022, 19.05.2022, 15.07.2018 und 17.06.2020.

 

Das Hochwasser- und Starkregenvorsorgekonzept (HSVK) für die Stadt Homburg umfasst mehrere Bereiche: Überschwemmungen durch Flusshochwasser entstehen in der Regel durch langanhaltenden Niederschlag, bei dem der Wasserstand in den Gewässern so stark ansteigt, dass das Wasser das Gewässerbett verlässt und angrenzende Flächen überschwemmt. Starkregenereignisse hingegen sind gewässerunabhängig und stellen besonders aufgrund der kurzen Vorwarnzeiten eine große Gefahr dar.

 

Starkregengefahrenkarten wurden innerhalb des Aufstellungsprozesses eines HSVK im Rahmen der Gefährdungsanalyse erstellt. Diese basieren auf hydrodynamischen Simulationsmodellen und berücksichtigen in der Regel mindestens zwei Szenarien mit einer Regendauer von einer Stunde: Im vorliegenden Fall umfasst die Modellierung zwei einstündige Szenarien mit gleichmäßig verteiltem Niederschlag von 50 mm/h bzw. 90 mm/h. Auf dieser Grundlage erfolgt eine Defizitanalyse, bei der gefährdete Siedlungsbereiche, Gebäude, Infrastruktureinrichtungen hinsichtlich zu erwartender Schäden und Gefahren durch Hochwasser und/ oder Starkregen identifiziert werden. Die bestehenden Hochwassergefahrenkarten werden in die Defizitanalyse einbezogen, um ein umfassendes Verständnis Gefährdungslage zu ermöglichen. Der Fokus liegt auf öffentlichen Gebäuden und Infrastruktureinrichtungen der Gemeinde, sogenannten Objekten von kommunaler Bedeutung.

 

Auf Basis der Defizitanalyse werden potenzielle Gefährdungsbereiche identifiziert und analysiert. Dabei werden sowohl bauliche, technische als auch organisatorische Maßnahmen untersucht. Es wird überprüft, ob bauliche Schutzmaßnahmen oder alternative Lösungen, wie verbesserte Frühwarnsysteme oder angepasste Nutzungsarten, dazu beitragen können, die Schadenspotenziale zu verringern.

Durch den gesamten Prozess für die Erstellung des Hochwasser- und Starkregenvorsorgekonzepts (HSVK) wurde Öffentlichkeitsarbeit im Sinne von verschiedenen Workshops organisiert, um die Gemeinde und die Bevölkerung an dem Planungsprozess teilhaben zu lassen und gleichzeitig für das Thema zu sensibilisieren. Die Workshops dienen der Aufklärung über die Gefahrenlagen durch Hochwasser und/ oder Starkregen und sollen das Bewusstsein für das lokale Risiko stärken.

 

In diesem Bericht wird das Konzept für die Starkregen- und Hochwasservorsorge der Stadt Homburg vorgestellt. Der Bericht ist in drei wesentliche Abschnitte unterteilt:

 

1. Gefährdungsanalyse

• Erstellung der Starkregengefahrenkarten (vgl. Kapitel 2.1)

• Besonders gefährdete Bereiche im Hochwasser- und Starkregenfall (vgl. Kapitel 2.2, Anhang 2 und 3)

 

2. Defizitanalyse

• Erstellung von Defizitkarten:

  • Objekte mit kommunaler Bedeutung (vgl. Kapitel 3.1, Übersichtstabelle 5-1, Anhang 4)
  • Gefährdete Verkehrsinfrastruktur (vgl. Kapitel 3.2, Übersichtstabelle 5-1, Anhang 4)
  • Bodenerosionsgefährdung (vgl. Kapitel 3.3, Anhang 4)
  • Gefahren aus Flusshochwasser (vgl. Kapitel 3.4, Anhang 4)

 

3. Vorsorgekonzept

• Strukturelle Maßnahmen (vgl. Kapitel 4.1)

  • Veröffentlichung der Starkregengefahrenkarten (vgl. Kapitel 4.1.1, Anhang 2 und 3)
  • Informationsvorsorge (vgl. Kapitel 4.1.2)
  • Kommunale Flächenvorsorge (vgl. Kapitel 4.1.3)
  • Krisenmanagement (vgl. Kapitel 4.1.4, Anhang 1.4)

• Bauliche und konzeptionelle Maßnahmen (vgl. Kapitel 4.2)

  • Flächenhafte Maßnahmen inkl. Kosten-Nutzenabschätzung (vgl. Kapitel 4.2.1, Übersichtstabelle 5-1, Anhang 5)
  • Objektbezogene Maßnahmen (Eigenvorsorge) (vgl. Kapitel 4.2.2, Übersichtstabelle 5-1, Anhang 1.6 und 4)
  • Verhaltensbezogene Maßnahmen (Eigenvorsorge) (vgl. Kapitel 4.2)

 

Die Erstellung des HSVK bietet die Möglichkeit, die Fachkenntnisse des Ingenieurbüros mit den Erfahrungen und Ortskenntnissen der Akteure aus der Stadt Homburg zu verbinden. Durch die Einbindung von Verwaltungsmitarbeitern, lokalen Entscheidungsträgern, Fachexperten sowie der Bevölkerung wird eine ganzheitliche Herangehensweise ermöglicht. So wird nicht nur von lokalem Know-how profitiert, sondern auch das Risikobewusstsein innerhalb der Gemeinde nachhaltig gestärkt.

 

Besonders die Beteiligung der Bürger:innen fördert die Akzeptanz der geplanten Maßnahmen und liefert wertvolle Einblicke in örtliche Gegebenheiten. Diese umfassende und integrative Vorgehensweise trägt dazu bei, praxisnahe und wirkungsvolle Lösungen zur Minimierung von Hochwasser- und Starkregengefahren zu entwickeln.

Der regelmäßige Austausch zum Thema Hochwasser und Starkregen fand in Form von Ortsbegehungen, Workshops und Informationsveranstaltungen zur Eigenvorsorge und Selbstschutz statt. Eine Präsentation zur Eigenvorsorge und Selbstschutz ist bereits auf der Homepage der Kreisstadt Homburg eingestellt, ebenso sind die Starkregengefahrenkarten online abrufbar.

 

In den verschiedenen Terminen wurden gezielt verschiedene Akteure eingebunden, um eine breite Perspektive zu gewährleisten. In die verschiedenen Ortsbegehungen und weitere Veranstaltungen waren zudem die örtlichen Ortsvorsteher, sowie Vertreter der lokalen Feuerwehren eingebunden.

 

Die flächenhaften Maßnahmenvorschläge wurden einer Kosten-Nutzenabschätzung unterzogen, um ihre Wirksamkeit und Wirtschaftlichkeit zu bewerten. Grundlage der Priorisierung bilden die flächenmäßige Wirksamkeit sowie die zu erwartenden Investitions- und Betriebskosten (vgl. Tabelle 4-1, Abbildung 4-1).

 

Es liegt nun ein HSVK für die Kreisstadt Homburg mit einem umfassenden Maßnahmenkatalog mit vor, welches den Fördervoraussetzungen des Landes entspricht. Die umfassende Darstellung der Maßnahmen ist vor allem aufgrund der Förderrichtlinie zur Förderung von Maßnahmen des Hochwasser- und Starkregenrisikomanagements (FRL-HWS) des Saarlandes wichtig.

 

Die Anlagen sind unter folgenden Links abrufbar

Passwort: HSVKHomburg26

 

 

Hochwasser- und Starkregenvorsorgekonzept – Entwurf

https://rh-gate.homburg.de/cloud/s/e2Qfd6q4Ca5HGcs

 

Anhang_02_Karte_Gefährdungsanalyse_Szenario_50mm_h

https://rh-gate.homburg.de/cloud/s/r4CfKdXswiAWCRJ

 

Anhang_03_Karte_Gefährdungsanalyse_Szenario_90mm_h

https://rh-gate.homburg.de/cloud/s/bpNi3J6Yr2r7HkE

 

Anhang_04_Defizitkarte

https://rh-gate.homburg.de/cloud/s/cbwA79WN9CTngZQ

 

Anhang_05_Vorsorgekonzept

https://rh-gate.homburg.de/cloud/s/o5cq8bNcsocPDeE

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Finanz. Auswirkung

 

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Anlagen

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